Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor, das einzige erhaltene Stadttor Berlins, ist das Wahrzeichen der Stadt. Zudem stand es symbolisch für die Trennung der Stadt, da es sich im Niemandsland direkt an der »Berliner Mauer befand. Nach dem Fall der Mauer wurde das Tor am 22.12.1989 wiedereröffnet.

Nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten wurde am 3. 10. 2002, dem Tag der Deutschen Einheit, das Brandenburger Tor in einer spektakulären Show enthüllt. Der nach Plänen von C.G. Langhans 1788–91 errichtete Sandsteinbau ist den Propyläen auf der Athener Akropolis nachempfunden. Beidseitig sind sechs dorische Säulen den 11 m tiefen Querbalken vorgestellt, die fünf Durchfahrten gliedern. 1794 wurde das Gebäude mit der Quadriga und Siegesgöttin von Schadow gekrönt, welche Richtung Stadtmitte nach Osten zeigt. Das Brandenburger Tor war von weiteren Gebäuden umrahmt, welche im Krieg zerstört wurden.


Klassizismus

Erbaut von: Carl Gotthard Langhans 1789-91

Quadriga von Gottfried Schadow

Die Lage des Tors sei "in ihrer Art ohnstreitig die schönste von der ganzen Welt" und daher habe er "zum Modelle" die Propyläen der Athener Akropolis genommen, schreibt Carl Gotthard Langhans zu seinem Entwurf, der 1789-91 realisiert wurde. Das heutige Wahrzeichen der Stadt war nur eines von insgesamt 18 Stadttoren, deren Lage und Namen noch oft im Stadtplan abzulesen sind. Doch es war mit Abstand das aufwendigste - die meisten bestanden nur aus zwei einfachen Torpfeilern. Es wurde im Jahr der Französischen Revolution begonnen und bedeutete die erste Hinwendung in der Berliner Baugeschichte zu antiken griechischen Vorbildern - aus Berlin wurde allmählich "Spree-Athen". Ursprünglich schloß das Tor mit seinen winkelförmigen Seitentrakten (den Wachhäusern) an die Stadtmauer an, doch als diese 1867/68 abgerissen wurde, schuf man Fußgängerdurchgänge in den Seitenhallen und setzte ihren bis dahin schmucklosen Westfronten Säulenhallen vor.

Das Tor hat fünf durch Mauern getrennte, elf Meter tiefe Durchfahrten, deren Stirnen von dorischen Säulen verdeckt werden. 1807 wurde die Quadriga von Napoleon nach Paris entführt, 1814 jedoch im Triumphzug zurückgeholt. Somit zum Symbol des Sieges in den Freiheitskriegen geworden, fügte Schinkel in den Kranz auf dem Stab der Siegesgöttin das Eiserne Kreuz ein. Nach den Kriegsbeschädigungen in den 50er Jahren wiederhergestellt und mit neu getriebener Quadriga versehen (1990/91 erneut restauriert), stand das Tor von 1961 bis 1989 im Niemandsland hart an der Mauer zu West-Berlin.

Ursprünglich war es in die geschlossene Bebauung des rechteckigen Pariser Platzes eingebunden, die aber im und nach dem Zweiten Weltkrieg bis auf die Reste der Akademie der Künste verschwand. Seit 1995 ist nun der Wiederaufbau des Pariser Platzes in seinen historischen Abmessungen im Gange. Die ehemals seitlich angrenzenden Wohnhäuser, das Haus des Malers Max Liebermann im Norden und das Haus Sommer im Süden, wurden in vereinfachter historisierender Form (von J.P.Kleihues nach dem Vorbild August Stülers) wiederaufgebaut.